50 Jahre Pfarrerinnen in Kurhessen-Waldeck 

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50 Jahre Pfarrerinnen in Kurhessen-Waldeck
In diesem Jahr feiern wir die Tatsache, dass vor 50 Jahren zum ersten Mal in Kurhessen-Waldeck  eine Theologin zur Gemeindepfarrerin ordiniert wurde. Schon vorher gab es natürlich Frauen, die Theologie studiert haben und es gab auch immer Gemeinden, wo diese Frauen gewirkt und gearbeitet haben. Als Pfarrerinnen ordiniert wurden sie vor 1962 in Kurhessen-Waldeck nicht.
Elisabeth Specht, die 1912 in Beeskow/Mark Brandenburg geboren wurde, studierte nach ihrer Ausbildung zur Gemeindehelferin schon im unseligen 2. Weltkrieg evangelische Theologie und arbeitete lange Jahre im Burckhardthaus in Gelnhausen. Während der Nazidiktatur war sie bereits seit 1934 Mitglied der „Bekennenden Kirche“ und hat ihren wachen Geist bis zu ihren Tod mit 90. Jahren für sich und andere genutzt.
Von 1962 bis 1982 war sie die erste Gemeindepfarrerin der Landeskirche an der Marienkirche in Hanau.

Ich freue mich sehr darüber, dass ich sie persönlich kennenlernen konnte und dass sie eine der Wegbereiterinnen auch für mich gewesen ist. Wie steinig dieser Weg war, lässt sich nur ahnen. Auf jeden Fall mussten Pfarrerinnen bis in die 70er Jahre hinein zölibatär leben, obwohl Luther das für Pfarrer schon im 16. Jh. als überholt und nicht gottgewollt erkannt hatte. Auch dazu brauchte es mutige Frauen, die Fakten geschaffen haben durch ihre Heirat und dadurch der Kirchenleitung beim Umdenken halfen. In unserem Kirchenkreis meine sehr geschätzte Kollegin Pfarrerin i.R. Christiane Siebert. Ich finde, der Kampf und der Einsatz haben sich gelohnt und danke meinen Kolleginnen. Elisabeth Specht hat ihre Geschichte aufgeschrieben: „Und sie zog ihre Straße fröhlich“ heißt das Buch und das soll nicht nur ihr Motto gewesen sein.
Heike Käppeler